Hallo,
ich bin weiblich, 52 Jahre alt, und war starke Raucherin seit meinem 17. Lebensjahr.
Am 17. Dezember 2009 suchte ich meinen Hausarzt wegen starker Müdigkeit, etwas Husten, allgemeinem Unwohlsein, auf. Er stellte eine Bronchitis fest mit Verdacht auf COPD, ich bekam ein Lungenspray und ein Antibiotikum. Ich stellte sofort das Rauchen ein, ohne Hilfe wie Nikotinpflaster etc. und rauche bis heute nicht. Ich ging weiter arbeiten bis zum 23.12.; an diesem Vormittag ging es mir schlagartig schlecht: Schweißausbruch, leichtes Zittern, Atemnot, rasender Puls. Ich fuhr zu meinem Hausarzt, der mir mitteilte, ein großes Blutbild zu machen hätte keinen Sinn, da er das schon ein Jahr vorher getan hätte und es keinen Befund gab (?). Er nahm dennoch Blut ab, die Blutsenkung war etwas erhöht, vlt. durch die Bronchitis und testete die Schilddrüse; alles okay. An Heilig Abend die selben Symptome, Fahrt zum Notdienst, Blutdruck okay, Puls raste, Notarzt sagte, alles okay, wahrscheinlich Entzugserscheinungen.
Am 25. fuhr ich in die Klinik, bekam 4x täglich Beruhigungsmittel gegen die "Attacken", es wurde eine Magenspiegelung durchgeführt, Schilddrüse gecheckt, Lunge geröntgt, Vorstellung beim Neurologen. Evtl. Burn-out. Nach 4 Tagen war ich wieder zu Hause, der Hausarzt empfahl mir eine Kollegin, die auch Psychotherapeutin ist. Hatte 2 Gespräche mit ihr, bekam wg. Schlaflosigkeit einige Kügelchen, die mir nicht halfen und ich beschloß, wieder arbeiten zu gehen in der Hoffnung, mich durch ein Stück Normalität wieder besser zu fühlen. Nach wie vor nahm ich alle 3-4 Tage 0,5 von den Beruhigungsmitteln.
Der Hausarzt überwies mich noch zu einem Lungenspezialisten, der die COPD bestätigte und mir anbot, mit einem Therapeuten zusammmen zu arbeiten, der sich auf Entzugserscheinungen bei Rauchern spezialisiert hat; leider bekam ich den Termin erst für Ende März.
Seit gestern gesellt sich eine teilweise starke Übelkeit dazu, worauf mich mein Arzt für heute und morgen nochmals krank schrieb, ohne mir ein Medikament mitzugeben oder zu verschreiben. Habe mir ein Magenmittel besorgt. Bei der Magenspiegelung im Krks. wurde ein "streifiger" Magen (?) vermerkt mit der Empfehlung, 4-6 Wochen später erneut eine Untersuchung durchzuführen. Das hält mein Hausarzt für unnötig. Bei einer Telefonsprechstunde mit meiner Gynäkologin erfuhr ich, daß an meinen Beschwerden auch durchaus die Wechseljahre Schuld sein könnten; ich "schlich" mich, auf ihre Empfehlung, vor einem halben Jahr aus den Hormonen heraus, schluckte aber ein Ersatzpräparat.
Ich fühle mich schlecht, hoffe hier wirklich auf einen Tip, bin auch mittlerweile gern für eine Psychoklinik bereit, wenn ich nur wüßte, woher der Wind weht. Konnte heute den ganzen Tag nichts essen, habe Beklemmungen, bin sehr unwuhig, mir ist übel und ich habe Schweißsausbrüche.
Es klingt schon pervers, aber ich habe mich noch nie so lange so mies gefühlt wie seitdem ich nicht mehr rauche ....
vielen lieben Dank für Deine Antwort.
Waren bei Dir die Symptome denn genauso?
Das Merkwürdige daran ist ja, daß ich gar nicht mehr rauchen will, daß ich 4 Kilo abgenommen habe und nicht zugenommen und es mich in keinster Weise stört, wenn andere in meiner Gegenwart rauchen.
L. G. Daggi
zunächst einmal sollten Sie wenn möglich, weitere Einnahmen des Beruhigungsmittels vermeiden, da Sie sonst von einer Abhängigkeit (NIkotin) in die nächste kommen. Das halte ich für keine gute Lösung.
Ihre Beschwerden halte ich für weiter abklärungsbedürftig, es erscheint mir keineswegs sicher, dass das alles "nur" Entzungserscheinungen sein sollen. _________________ Alles Gute
Ralf Tillenburg
Arzt für Allgemeinmedizin
www.praxis-tillenburg.de
Hallo Herr Tillenburg,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Lt. Auskunft des Hausarztes wäre organisch alles abgeklärt worden und ich hätte momentan nun mal eine, so wörtlich, "Scheißzeit" und müßte da durch .....
Mein Eindruck ist, daß er mit mir nichts mehr anzufangen weiß: ich fühle mich allein gelasen.
Was sollte, Ihrer Meinung nach, weiter untersucht werden?
Für eine nochmalige Antwort wäre ich Ihnen dankbar.
das ist aus der Ferne nicht ganz einfach zu beantworten, ich kann Sie ja nicht untersuchen. Auch kenne ich weder Ihre Blutwerte noch die aktuellen Untersuchungsbefunde.
Herzrasen sollte zumindest ein Langzeit-EKG zur folge haben, um harmlose von weniger harmlosen Störungen abzugrenzen. Sicher wären aber auch andere Ursachen denkbar, angefangen von Entzug über hormonelle Störungen oder wietere Erkrankungen. Letztendlich kann auch die COPD einige Ihrer Beschwerden erklären. _________________ Alles Gute
Ralf Tillenburg
Arzt für Allgemeinmedizin
www.praxis-tillenburg.de
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