Verfasst am: 09.02.10, 10:18 Titel: Wohin noch wenden?
Meine Mutter (Diabetes Typ2) wurde letzte Woche in komatösem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Sollte dann neu eingestellt werden, jedoch senkt sich ihr "Zucker"wert nicht.
Kommentar des Arztes: er wisse auch nicht mehr weiter, sie solle sich selbst drum kümmern.
Meine Frage: wohin können wir uns wenden, um weitere Hilfe zu bekommen - es kann doch nicht Sache meiner Mutter sein, ihre Weiterbehandlung zu planen?
Evtl. hat auch jemand einen Tip, wie sich der Zuckerwert senken lässt??
Wenn mein Blutzucker sehr viel höher wäre, als ich ihn haben wollte, würde ich grundsätzlich folgendes und in der Reihenfolge machen:
1. Ich esse keinen Zucker. Zucker ist nicht nur Haushalts- und Traubenzucker, sondern alle Stärke, also Brot und alles mit Mehl, Kartoffeln und Reis und selbstverständlich auch Obst.
2. Ich bewege mich mehr. Weil ich an Krücken gehe und bei Eis und Schnee vor der Haustür zu unsicher bin, hab ich eine Tretmühle im Wohnzimmer. 6X10 Minuten über den Tag verteilt leichtes Strampeln kann auf som Teil praktisch jeder leisten, der den ganzen Tag zuhause ist, und das senkt Blutzucker und Insulinbedarf deutlich messbar.
3. Ich spritze passend Insulin. Was bei mir für welche Blutzucker-Höhe bzw. -Absenkung passt, habe ich selbstverständlich selbst ausgetestet.
Nichts davon könnte ein Arzt für mich machen. Er könnte mir allenfalls mehr Insulin zu spritzen verordnen. Aber je höher mein Blutzucker, desto mehr Insulin brauche ich für die selbe Scheibe Brot.
Deine Mutter weiß das, denn sie hat ihren Diabetes schon wenigstens 10 oder eher 20-30 Jahre. Und ihre Ärzte haben ihr schon seit Jahren immer wieder gesagt, dass sie sich intensiver drum kümmern muss. Und genau das hat Deine Mutter nicht getan, sondern mit immer höherem Blutzucker immer weiter nach ihrer Laune gemacht
Was sollen wir Dir also jetzt schreiben? Konkretes geht eh nicht, denn selbst wenn Du uns konkretere Angaben gemacht hättest, könnte nicht einmal ein guter Facharzt damit aus der Ferne mehr als so allgemeinen Rat wie oben geben. - Vielleicht kannst Du ja einmal persönlich mit dem Diabetologen sprechen, der sie bisher behandelt hat, und den fragen, wie er an Deiner Stelle in Zukunft mit Deiner Mutter umgehen würde. Würde mich aber auch nicht wundern, wenn er so ein Gespräch ablehnte, denn so wie Du auftrittst und hier ja auch geschrieben hast, haben in Deinen Augen die Ärzte ganz klar den Schwarzen Peter.
Hallo hjt,
1. hat meine Mutter weder seit 10-30 Jahren Diabetes
2. woher willst Du wissen, was meine Mutter gemacht bzw. nicht gemacht hat?
3. Was die Ärzte ihr gesagt haben, bzw. ihr Arzt, der ihr offensichtlich Langzeitinsulin verordnet hat (das nicht richtig für sie ist) kannst Du auch nicht wissen.
Meine Frage war lediglich, wohin wir uns wenden können, wenn der Arzt im Krankenhaus sie nun nach Hause schickt, weil ihm nichts mehr einfällt.
Zu 1
Selbst völlig unbehandelt braucht ein Typ2 vom Erreichen der Diagnosereife bis die Lichter vorübergehend ausgehen wenigstens 10 Jahre.
Zu 2
Deine Mutter hat sich nicht um ihren Blutzucker gekümmert, sonst wäre er nicht immer höher und schließlich so viel zu hoch angestiegen.
Zu 3
Der Facharzt für Diabetes ist der Diabetologe.
Langzeitinsulin wird meistens dann verordnet, wenn der Blutzucker mit Tabletten nicht mehr ausreichend weniger zu hoch gehalten werden kann und die Betroffenen sich dagegen ansehen oder es mental wirklich nicht mehr leisten können, passend zum Essen zu spritzen.
Noch einmal ganz ausdrücklich:
Nicht das Insulin oder sonst ein Medikament kann's richten, sondern nur Deine Mutter selbst, so weit sie sich noch selbst versorgen kann. Auch der beste Facharzt kann dazu nur gewissermaßen Hilfestellung geben. Eine morgens-mittags-abends-Schablonen-Therapie, die funktioniert, gibt es bei Diabetes bislang noch nicht
die Empfehlung des Krankenhausarztes ist suboptimal.
Mutter sollte umgehend einen Diabetologen konsultieren.
Zur anschließenden Therapie sollte nach Möglichkeit auch eine Schulung gehören.
Bis dahin ist, wenn das Krankenhaus keine andere Diät verordnet hat, eine kohlenhydratarme Ernährung sinnvoll, ohne jedoch ganz auf Obst oder Gemüse zu verzichten, und ausreichend trinken. Vorzugsweise Mineralwasser. _________________ Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter
Meine Mutter wurde wegen Unterzucker eingeliefert (deswegen Koma!)- bislang hatte sie Ihre Werte gut unter Kontrolle, - erst nach x-Infusionen Glukose des Notarztes vor Einlieferung ist ihr Wert ins unermessliche gestiegen und lässt sich nicht mehr senken, nun schon seit 6 Tagen- auch nicht mit der Diabetiker-Kost im Krankenhaus.
Meine Mutter (Diabetes Typ2) wurde letzte Woche in komatösem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Sollte dann neu eingestellt werden, jedoch senkt sich ihr "Zucker"wert nicht.
Wenn Du da mal sachlich drauf schaust: Was würdest Du eher draus lesen? Zuviel Zucker? Oder zu wenig?
Ok. Also sie war bewusstlos mit Unterzucker. Den Vorwurf mit dem zu hohen Zucker wg Nichtkümmern nehme ich sofort zurück.
Dazu Empfehlung wie Hans: Diabetologe + Schulung.
Noch eine Anmerkung zum Insulin: Alle Langzeitinsuline können zufällig schneller und konzentrierter wirken, als meistens normal. Das fällt jedoch meistens schon nach etwa 1 Stunde nach dem Spritzen auf, weil man sich dann komisch fühlt und nach Möglichkeit misst und dann bei zu wenig sofort isst. Deswegen empfehle ich nach entsprechend miesen eigenen Erfahrungen, Langzeitinsulin wenigstens 1 Stunde vor dem Schlafengehen zu spritzen. Denn nur dann hat man ja ne Chance, die unerwartete Wirkung wahrzunehmen und entsprechend zu essen und zu trinken. Allerdings ist mir bisher kein Fall bekannt, in dem die Betroffenen nicht auch ohne Glukose-Infusion - zwar mit einem mehr oder weniger dicken Brummkopf und ansonsten unbeschadet - nach einigen Stunden wieder aufgewacht wären.
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