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PM: Gezielte Nachwuchsförderung statt Honorarverträge

 
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jaeckel
Administrator



Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beiträge: 4583
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 09.02.10, 12:32    Titel: PM: Gezielte Nachwuchsförderung statt Honorarverträge Antworten mit Zitat

Gezielte Nachwuchsförderung statt Honorarverträge

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie warnt vor möglichen Fehlentwicklungen in der Chirurgie

Berlin, 09.02.10 - Der Fachärztemangel an deutschen Kliniken erlangt durch höhere Komplikationsraten und verstärkten Einsatz von Honorarärzten neue Brisanz. In Deutschland sind laut Schätzungen des Bundesverbandes der Honorarärzte täglich zwischen 500 und 800 Leihärzte im Einsatz - eine Notwendigkeit, die dem akuten Ärztemangel geschuldet ist und die laut DGAV erhebliche Folgen für die Patientensicherheit birgt.
"Die aktuelle Situation verdeutlicht bereits jetzt mögliche Gefahren beim Einsatz von Honorarärzten. Diese sind langfristig nicht nur teurer, sondern haben u.a. auch einen negativen Einfluss auf die Patentensicherheit. Daher präferieren wir eindeutig und nachdrücklich die Nachwuchsförderung", erklärt Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und Chefarzt am Städtischen Klinikum Solingen.
Insbesondere die Allgemeinchirurgen beklagen seit langem fehlende Nachwuchskräfte. Nur fünf Prozent der Absolventen des Medizinstudiums, die sich für den Arztberuf entscheiden, wählen ein operatives Fach. Daher ist die Nachwuchsförderung mehr denn je eine der wichtigsten Aufgaben der DGAV.

Nachwuchsförderung zur Patientensicherheit
Um junge Mediziner für die Arbeit am OP-Tisch zu begeistern, setzen Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) auf umfangreiche Angebote während der Weiterbildung zum Facharzt. Neben den vorgeschriebenen Inhalten der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern bietet die DGAV zusätzliche Lernangebote an. Die DGAV hat ein modulares System entwickelt, das die angehenden Fachärzte während der vierjährigen Weiterbildung mit Seminaren, eLearning und einem speziellen Skilltraining auf die Prüfung zum Facharzt vorbereitet. Hierbei wendet die DGAV moderne Lehr- und Lernmethoden an, die "von jungen Chirurgen für junge Chirurgen" - so das Motto des Programms - entwickelt wurden.
Die Praxisseminare werden durch onlinebasierte Schulungen ergänzt, so dass die Teilnehmer sich intensiv auf die Inhalte vorbereiten und diese nachbereiten können. Bei den Skilltrainings geht es praktisch zur Sache: an präparierten Organen erlernen die angehenden Allgemein- und ViszeralchirurgInnen realitätsnah das technische Vorgehen, das sie für Operationen am Menschen benötigen. Ziel des Modularen Lernens der DGAV ist es, das Wissen so zu vermitteln, dass es in der Praxis direkt umgesetzt werden kann. Darüber hinaus ist der persönliche Austausch bei den Trainings und Seminaren unter den Kollegen innerhalb des Fachs ein weiterer Erfolgsfaktor für die Weiterbildung des Nachwuchses.
Darüber hinaus ermöglichen Stipendien, die von der DGAV jährlich vergeben werden, jungen Ärzten an anderen Kliniken in Deutschland und im Ausland zu hospitieren und ihren Kenntnisstand zu erweitern. Auf diesem Wege werden wichtige Praxiserfahrungen in Bereichen gesammelt, die am eigenen Krankenhaus nicht so häufig vorkommen, aber für die Weiterbildung zu Allgemein- und ViszeralchirurgInnen notwendig sind.
"Die bestehende Weiterbildungsordnung zum Facharzt reicht nicht aus, um die Qualitätsstandards der DGAV zu erfüllen. Die zusätzlichen Inhalte, die wir unserem Nachwuchs mit dem Modulsystem vermitteln, können aus den angehenden Fachärzten bessere Allgemein- und Viszeralchirurgen machen", erläutert Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer und fügt hinzu: "Allgemein- und Viszeralchirurgen müssen Kenntnisse der Chirurgie des gesamten Verdauungstrakts vorweisen. Ein Großteil der operativen Eingriffe fällt in ihren Aufgabenbereich, sodass eine umfassende Weiterbildung erforderlich ist".

Die Viszeralchirurgie (von lat. viscera = Eingeweide) umfasst die operative Behandlung der Bauch-Organe, also des gesamten Verdauungstraktes einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber, des Pankreas und der Milz. Weiterhin zählen die operative Behandlung der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse sowie die Behandlung des Leistenbruchs zur Viszeralchirurgie.

Über die DGAV
Zweck der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie ist die Förderung des chirurgischen Schwerpunktes Allgemein- und Viszeralchirurgie in Wissenschaft und Praxis, insbesondere durch eine systematische Aus-/Weiter- und Fortbildung, Mitwirkungen an Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Herstellung und Vertiefung der Beziehungen zur übergeordneten Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, zu den anderen chirurgischen Schwerpunkten und zu den Nachbarfächern sowie zu in- und ausländischen Fachgesellschaften mit gleichen Interessen, Koordinierung der Forschung und Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis.


Für weitere Informationen:
www.dgav.de
Leipziger & Partner
L&P Kommunikationsgesellschaft mbH
Janina Zitz
Französische Straße 24
10117 Berlin

Tel: 030- 590096-16
Fax: 030- 590096-11
E-Mail: janina.zitz@leipziger.de
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Anmeldungsdatum: 28.03.2005
Beiträge: 2645
Wohnort: Lörrach

BeitragVerfasst am: 09.02.10, 13:34    Titel: Nachwuchsproblem kein Privileg der Viszeralchirurgen Antworten mit Zitat

Headhunter kriegen mittlerweile ein Viertel Jahresgehalt und mehr für die Vermittlung eines "erwachsenen" Facharztes an eine Klinik.

Ja klar sind in viel zu vielen vor allem großen Kliniken die Arbeitsbedingungen für Ärzte unzumutbar. Es hat sich nicht viel geändert, seitdem die Arbeitszeitregelungen einen Hauch strikter zu handhaben sind. Nicht mehr viele Kliniken haben noch halbwegs vernünftige Planungszeiträume. Es gibt kaum noch unbefristete Verträge, viele gehen über grad mal ein Quartal. Weiterbildungs- und Rotationspläne für fortgeschrittene Assistenten kann man so nicht machen. Die Assis sind wenns gut geht mit den Patienten solidarisch, mit dem Chef nur dann, wenn der ein besonders netter Kerl ist, aber gegenüber den Verwaltungen bestehen sehr unterkühlte Geschäftsbeziehungen. Die rächen sich dafür mit entsprechend großartigen Sprüchen in ihren Einrichtungsfilosofien und Kwalihandbüchern. Man kann jeden Tag zur Arbeit antreten und innerlich doch weit weg emigriert sein. Teamgeist oder gar Zugehörigkeitsgefühl entsteht so nicht.

Nein, das Nachwuchsproblem der höher spezialisierten Fachgebiete ist nicht ein Problem verrkrrusssteter Chefarztstrukturen, was der Herr Beinahekollege von einer größeren Münchner Zeitung jetzt sofort schreiben würde. Es ist auch nicht vom Himmel gefallen sondern politisch gewollt gewesen und ökonomisch herbeigeführt worden. Ich brauch nicht schreiben von wem, sonst kriegen hier manche Leute noch ein komisches EKG.

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